Häufige Risiken bei der Profits-Tax-Erklärung internationaler Unternehmen in Hongkong
- Kristina Coluccia

- Dec 1, 2025
- 3 min read
Für international tätige Unternehmen mit Aktivitäten in Hongkong ist die Einhaltung der Profits-Tax-Vorschriften selten unkompliziert. Obwohl das territoriale Steuersystem Hongkongs oft als einfach wahrgenommen wird, ist seine praktische Anwendung insbesondere für grenzüberschreitend tätige Gruppen, regionale Hauptsitze und Holdingstrukturen mit erheblicher Komplexität verbunden.
Dieser Beitrag beschreibt die häufigsten Risiken im Zusammenhang mit der Profits-Tax-Erklärung internationaler Unternehmen und zeigt auf, welche Punkte 2026 überprüft werden sollten, um steuerliche Risiken zu reduzieren.
Fehlinterpretation des territorialen Besteuerungsprinzips
Hongkong besteuert Gewinne, die in Hongkong entstehen oder aus Hongkong stammen. In der Praxis erfordert die Bestimmung der Gewinnquelle eine detaillierte Analyse der Orte, an denen die gewinnschöpfenden Tätigkeiten tatsächlich ausgeübt werden.
Ein häufiges Risiko besteht darin, Einkünfte allein deshalb als offshore zu qualifizieren, weil Kunden, Lieferanten oder Produktionsstätten ausserhalb Hongkongs ansässig sind. Die Steuerbehörde Inland Revenue Department legt den Schwerpunkt jedoch darauf, wo Verträge verhandelt, abgeschlossen und gesteuert werden sowie wo strategische Entscheidungen getroffen werden.
Übt Hongkong eine wesentliche Funktion aus, können Gewinne steuerpflichtig sein, selbst wenn die Transaktionen ausserhalb Hongkongs erfolgen.
Unzureichend belegte Offshore-Positionen
Offshore-Ansprüche zählen zu den am intensivsten geprüften Bereichen der Profits-Tax-Erklärungen. Typische Schwachstellen sind:
Fehlende zeitnahe Dokumentation zur Stützung der Offshore-Position
Widersprüchliche Darstellungen in Steuererklärungen, Prüfungen und Banküberprüfungen
Management- und Steuerungsaktivitäten in Hongkong trotz behaupteter Offshore-Tätigkeit
Zahlungsströme über Bankkonten, die dem dargestellten Geschäftsmodell widersprechen
Nicht belegte Offshore-Positionen erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Rückfragen und langwieriger Korrespondenz mit den Steuerbehörden erheblich.
Abweichungen zwischen geprüften Abschlüssen und Steuererklärungen
Unstimmigkeiten zwischen geprüften Jahresabschlüssen und Profits-Tax-Erklärungen sind ein häufiger Auslöser für Anfragen des Inland Revenue Department.
Dies tritt insbesondere auf, wenn:
Anpassungen ohne klare Erläuterung vorgenommen werden
Konzerninterne Transaktionen in der Rechnungslegung und steuerlich unterschiedlich behandelt werden
Managementberichte nicht mit den gesetzlichen Einreichungen übereinstimmen
Konsistenz in der Berichterstattung ist entscheidend. Abweichungen müssen bewusst vorgenommen, dokumentiert und sachlich begründet sein.
Verrechnungspreisrisiken
Verrechnungspreise stehen weiterhin im Fokus internationaler Unternehmensgruppen mit Strukturen in Hongkong.
Risiken entstehen insbesondere dann, wenn:
Für konzerninterne Dienstleistungs- oder Handelsbeziehungen keine formalen Vereinbarungen bestehen
Preise nicht dem Fremdvergleichsgrundsatz entsprechen
Dokumentationen erst nachträglich statt zeitnah erstellt werden
Die in Hongkong ausgewiesenen Gewinne nicht zur erklärten Funktion der Gesellschaft passen
Schwächen im Verrechnungspreisbereich können nicht nur zu steuerlichen Korrekturen, sondern auch zu Sanktionen und Reputationsrisiken führen.
Fehlerhafte Behandlung von Management- und Dienstleistungserträgen
Viele Hongkonger Gesellschaften stellen Management-, technische oder Unterstützungsleistungen anderen Konzerngesellschaften in Rechnung. Risiken entstehen, wenn:
Art und Umfang der Leistungen nicht klar definiert oder belegt sind
Entgelte nicht durch Kostenanalysen gestützt werden
Quellensteuerfolgen in anderen Jurisdiktionen nicht berücksichtigt werden
Einnahmen in Hongkong fälschlicherweise als offshore behandelt werden
Diese Themen werden häufig im Rahmen von Betriebsprüfungen oder grenzüberschreitenden Steuerüberprüfungen identifiziert.
Fristen- und Verspätungsrisiken
Verspätete Einreichungen von Profits-Tax-Erklärungen oder verzögerte geprüfte Abschlüsse erhöhen die Prüfungsintensität und schränken den Handlungsspielraum bei der Klärung von Sachverhalten ein.
Wiederkehrende Verzögerungen deuten häufig auf grundlegende Probleme in der Buchführung, Governance oder konzerninternen Abstimmung hin. Haben sich solche Muster erst etabliert, lassen sie sich nur schwer korrigieren.
Fehlende Abstimmung zwischen Bank- und Steuerberichterstattung
Banken in Hongkong gleichen steuerliche Angaben zunehmend mit den Kontobewegungen ab. Stimmen Zahlungsströme nicht mit den erklärten Geschäftstätigkeiten oder steuerlichen Positionen überein, werden vertiefte Prüfungen ausgelöst.
Dies kann zu zusätzlichen Dokumentationsanforderungen, Einschränkungen der Kontonutzung oder in schwerwiegenden Fällen zur Kündigung von Bankbeziehungen führen.
Ein proaktiver Ansatz
Eine vorausschauende Überprüfung der Profits-Tax-Position ermöglicht es internationalen Unternehmen, Risiken frühzeitig zu erkennen, Positionen bei Bedarf zu korrigieren und die Dokumentationsqualität zu verbessern, bevor Rückfragen entstehen.
Für 2026 sollten Unternehmen den Fokus auf die Abstimmung zwischen operativer Realität und steuerlicher Berichterstattung legen, die Qualität der Nachweise erhöhen und Konsistenz zwischen Prüfungen, Steuererklärungen und Bankoffenlegungen sicherstellen.
Sorgfältige Planung und eine frühzeitige Überprüfung reduzieren das Risiko von Störungen und unterstützen verlässlichere steuerliche Ergebnisse in Hongkong.
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