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Steuerplanung für Unternehmen in Hongkong: Wie der Zugang zu Doppelbesteuerungsabkommen Ihre globale Steuerlast senken kann

Aug 6
3 min read

Hongkong wird häufig aufgrund seines niedrigen Unternehmenssteuersatzes als attraktiver Standort betrachtet. Für international tätige Unternehmen kann der Zugang zu Hongkongs Netzwerk von Doppelbesteuerungsabkommen jedoch einen noch größeren Vorteil bieten.


Der Steuersatz ist nur ein Teil der Gleichung


Hongkong verfolgt ein territoriales Steuersystem. Grundsätzlich werden nur Gewinne besteuert, die aus Hongkong stammen. Für international tätige Unternehmen ist jedoch nicht nur entscheidend, wo Gewinne besteuert werden, sondern auch, wie grenzüberschreitende Zahlungen in den Ländern behandelt werden, aus denen diese Einkünfte stammen.


Hier können Doppelbesteuerungsabkommen eine wichtige Rolle spielen.


Hongkong verfügt über ein umfangreiches Netzwerk von Doppelbesteuerungsabkommen und Steuerabkommen mit anderen Rechtsordnungen. Diese Abkommen sollen verhindern, dass dasselbe Einkommen in zwei Ländern besteuert wird, und können bei bestimmten grenzüberschreitenden Zahlungen auch die Quellensteuer reduzieren.


Für eine Unternehmensgruppe kann dies einen erheblichen Unterschied bei der tatsächlichen globalen Steuerbelastung ausmachen.


Wo der Vorteil entsteht


Stellen Sie sich ein Hongkonger Unternehmen vor, das Dienstleistungen für eine Tochtergesellschaft im Ausland erbringt.


Das Land der Tochtergesellschaft kann auf die Zahlung eine Quellensteuer erheben. Ohne ein entsprechendes Abkommen kann diese Steuer relativ hoch sein. Wenn zwischen Hongkong und dem betreffenden Land jedoch ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht, kann der zulässige Quellensteuersatz niedriger sein.


Das bedeutet, dass mehr des gezahlten Betrags bei der Unternehmensgruppe verbleibt.


Ähnliche Überlegungen können bei Zinsen, Lizenzgebühren und bestimmten anderen grenzüberschreitenden Einkommensarten relevant sein.


Der Vorteil entsteht somit nicht einfach dadurch, dass ein Unternehmen in Hongkong registriert ist. Die konkrete Struktur der Zahlung, der steuerliche Status der beteiligten Unternehmen und die Voraussetzungen des jeweiligen Abkommens müssen berücksichtigt werden.


Warum die Struktur entscheidend ist

Der Zugang zu einem Doppelbesteuerungsabkommen ist nicht automatisch garantiert.

Steuerbehörden prüfen zunehmend, ob Unternehmen tatsächlich die wirtschaftliche Funktion ausüben, die ihre Struktur vermuten lässt. Ein Unternehmen, das lediglich gegründet wurde, um Zugang zu einem niedrigeren Quellensteuersatz zu erhalten, ohne entsprechende wirtschaftliche Substanz und Geschäftstätigkeit, kann auf Schwierigkeiten stoßen.


Deshalb sollte eine steueroptimierte Struktur mit der tatsächlichen Geschäftstätigkeit übereinstimmen.


Wenn ein Hongkonger Unternehmen tatsächlich Verträge abschließt, Kunden betreut, Mitarbeiter beschäftigt, Entscheidungen trifft und Risiken übernimmt, ist die steuerliche Position in der Regel deutlich besser begründbar als bei einer reinen Briefkastenstruktur.


Was Unternehmen vor der Gründung prüfen sollten

Die steuerliche Planung sollte beginnen, bevor die Hongkonger Gesellschaft gegründet wird.

Dabei sollten Unternehmen unter anderem prüfen:

  • Wo die Kunden und Geschäftspartner ansässig sind

  • Welche Arten von Zahlungen zwischen den Gesellschaften erfolgen werden

  • Ob Quellensteuern in den jeweiligen Ländern anfallen

  • Ob ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Hongkong besteht

  • Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um die Vorteile des Abkommens in Anspruch zu nehmen

  • Welche wirtschaftliche Substanz die Hongkonger Gesellschaft benötigt

Diese Punkte können die Wahl der Unternehmensstruktur, die Verträge zwischen verbundenen Unternehmen und sogar den Standort bestimmter Funktionen innerhalb der Gruppe beeinflussen.


Ein Beispiel aus der Praxis

Eine internationale Unternehmensgruppe kann beispielsweise ihre regionale Beratungsfunktion in Hongkong ansiedeln. Das Hongkonger Unternehmen erbringt Dienstleistungen für verbundene Unternehmen in mehreren asiatischen Märkten.


Wenn die Struktur korrekt umgesetzt wird, kann die Unternehmensgruppe sowohl von Hongkongs territorialem Steuersystem als auch von den geltenden Doppelbesteuerungsabkommen profitieren.


Der tatsächliche Vorteil hängt jedoch von den jeweiligen Ländern, der Art der Einkünfte und der konkreten Struktur ab. Es gibt daher keine pauschale Steuerersparnis, die für jedes Unternehmen gilt.


Steuerplanung sollte vor der Gründung beginnen

Die größte Chance bei der internationalen Steuerplanung liegt häufig darin, die Struktur von Anfang an richtig aufzubauen.


Wenn ein Unternehmen bereits gegründet wurde, Verträge unterzeichnet sind und Zahlungen über mehrere Länder laufen, kann eine spätere Umstrukturierung wesentlich schwieriger und kostspieliger sein.


Wer Hongkong als internationalen Unternehmensstandort in Betracht zieht, sollte daher nicht nur fragen: „Wie hoch ist die Unternehmenssteuer?“


Die wichtigere Frage lautet: „Wie wird unsere gesamte grenzüberschreitende Steuerposition aussehen?“


Die Antwort kann erheblichen Einfluss darauf haben, wie die Hongkonger Gesellschaft strukturiert und innerhalb der internationalen Unternehmensgruppe eingesetzt werden sollte.



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