Chinas neues Mehrwertsteuergesetz 2026: Was jedes ausländische Unternehmen wissen muss
- Jan 19
- 3 min read
Ab dem 1. Januar 2026 tritt in China erstmals ein umfassendes Mehrwertsteuergesetz (Value-Added Tax, VAT) in Kraft. Es ersetzt die bisherigen Übergangsregelungen, die das Mehrwertsteuersystem über Jahrzehnte geprägt haben. Für ausländische Unternehmen mit Geschäftstätigkeit in oder mit China stellt dies eine der bedeutendsten Steuerreformen der letzten Jahre dar.
Dieser Beitrag erläutert die wesentlichen Änderungen, die Auswirkungen auf grenzüberschreitende und inländische Geschäftsmodelle sowie die Schritte, die ausländische Investoren jetzt einleiten sollten.
Warum das neue Mehrwertsteuergesetz von Bedeutung ist
Die Mehrwertsteuer ist Chinas größte Einzelsteuerquelle. Das 2023 verabschiedete Gesetz verfolgt insbesondere folgende Ziele:
Kodifizierung zahlreicher Pilotprojekte und regulatorischer Anpassungen der vergangenen Jahre.
Schaffung einer stärkeren gesetzlichen Grundlage für Compliance und Durchsetzung.
Klarstellung der Regelungen für grenzüberschreitenden Handel, Dienstleistungen und digitale Transaktionen.
Für ausländische Unternehmen bedeutet die Reform erweiterte Pflichten und erhöhte Risiken, sofern die Einhaltung der Vorschriften nicht sorgfältig gesteuert wird.
Zentrale Änderungen im Mehrwertsteuergesetz 2026
1. Gesetzlicher Status
Die Mehrwertsteuer wird von einer Übergangsverordnung zu einem formellen nationalen Gesetz erhoben. Damit erhalten die Steuerbehörden erweiterte Befugnisse zur Durchsetzung.
Unternehmen sollten mit intensiveren Betriebsprüfungen und geringerer Auslegungsspielraum rechnen.
2. Steuerlicher Anwendungsbereich und Steuersätze
Die Mehrwertsteuer gilt weiterhin für:
den Verkauf von Waren,
die Erbringung von Dienstleistungen,
die Übertragung immaterieller Wirtschaftsgüter sowie
unbewegliches Vermögen.
Die bestehende Mehrstufenstruktur der Steuersätze (13 %, 9 %, 6 %) bleibt erhalten. Anpassungen sind im Rahmen der langfristigen Steuervereinfachungsstrategie Chinas möglich. Kleinunternehmer profitieren weiterhin von ermäßigten Steuersätzen.
3. Leistungsortregelungen
Für grenzüberschreitende Transaktionen schafft das Gesetz mehr Klarheit hinsichtlich der Frage, wann eine Leistung als „in China erbracht“ gilt und somit der chinesischen Mehrwertsteuer unterliegt.
Dies betrifft insbesondere digitale Dienstleistungen, Lizenzvergaben, Beratungsleistungen sowie Finanztransaktionen.
4. Vorsteuerabzug
Der Vorsteuerabzug bleibt grundsätzlich möglich, unterliegt jedoch strengeren Voraussetzungen hinsichtlich der Echtheit und Nachvollziehbarkeit von Rechnungen.
Elektronische Rechnungssysteme (Fapiao) werden weiter ausgebaut, um Missbrauch und Betrug zu verhindern.
5. Unbare und gemischte Transaktionen
Das Gesetz enthält klarere Regelungen zu Tauschgeschäften, nicht monetären Gegenleistungen sowie kombinierten Leistungsbündeln.
Diese Vorschriften schließen bisherige Gestaltungsspielräume zur Reduzierung der Mehrwertsteuerbelastung.
6. Anpassungen bei Export und Import
Die Nullbesteuerung von Exporten bleibt bestehen, jedoch mit strengeren Dokumentationsanforderungen.
Importe unterliegen weiterhin der Mehrwertsteuer im Rahmen der Zollabfertigung, mit Ausnahmen in Freihandelszonen sowie im Hainan Free Trade Port.
Compliance-Herausforderungen für ausländische Unternehmen
Zunahme von Prüfungen: Mit dem höheren gesetzlichen Rang des Gesetzes ist mit verstärkten Steuerprüfungen zu rechnen, insbesondere bei grenzüberschreitenden Dienstleistungen.
Strenge Rechnungsprüfung: Fehlende oder fehlerhafte Fapiaos führen zum Verlust des Vorsteuerabzugs.
Digitale Dienstleistungen: Anbieter von Software-as-a-Service oder digitalen Produkten müssen prüfen, ob ihre Leistungen künftig eine Steuerpflicht in China auslösen.
Regionale Umsetzung: Obwohl es sich um ein nationales Gesetz handelt, kann die praktische Umsetzung zwischen Provinzen variieren.
Praktische Vorbereitungsschritte für 2026
Verträge überprüfen: Dienstleistungs-, Lizenz- und Abrechnungsvereinbarungen müssen mit den neuen Leistungsortregelungen in Einklang stehen.
Systeme aktualisieren: ERP- und Buchhaltungssysteme sollten mit dem digitalen Fapiao-System kompatibel sein.
Mitarbeiter schulen: Finanz- und Steuerabteilungen benötigen ein klares Verständnis der neuen Anforderungen.
Strukturen bewerten: Prüfen, ob eine lokale Gesellschaft, ein EOR-Modell oder ein grenzüberschreitendes Geschäftsmodell aus Mehrwertsteuersicht sinnvoll ist.
Fachliche Beratung einholen: Zusammenarbeit mit Beratern, die sowohl chinesisches Steuerrecht als auch internationale Steuerplanung beherrschen.
Wie Woodburn unterstützen kann
Die Einführung des neuen Mehrwertsteuergesetzes erfordert vorausschauende Planung und präzise Umsetzung. Für ausländische Unternehmen handelt es sich nicht lediglich um eine steuerliche Anpassung, sondern um eine grundlegende Veränderung der Strukturierung und Überwachung von Geschäftsaktivitäten mit China.
Woodburn unterstützt Mandanten durch:
Analyse grenzüberschreitender Transaktionen hinsichtlich Mehrwertsteuerexposition.
Anpassung von Verträgen und Abrechnungssystemen an die neuen Vorgaben.
Beratung zur mehrwertsteuerlichen Behandlung digitaler Dienstleistungen und Exportgeschäfte.
Sicherstellung korrekter Deklaration, Dokumentation und Begleitung bei Prüfungen.
Woodburn Accountants & Advisors is one of China and Hong Kong’s most trusted business setup advisory firms.
Woodburn Accountants & Advisors is specialized in inbound investment to China and Hong Kong. We focus on eliminating the complexities of corporate services and compliance administration. We help clients with services ranging from trademark registration and company incorporation to the full outsourcing solution for accounting, tax, and human resource services. Our advisory services can be tailor-made based on the companies’ objectives, goals and needs which vary depending on the stage they are at on their journey.





